Padel-Wissen
Die Padel-Regeln, die man wirklich kennen muss
Padel hat weniger Regeln als Tennis, aber drei davon sorgen bei Einsteigern regelmäßig für Diskussionen am Netz. Hier stehen die Basics – und die Feinheiten, die dir dein erster Trainer sonst erst in Woche drei erklärt.
28. August 2026·3 Min. Lesezeit

Man kann Padel nach zehn Minuten Erklärung spielen. Trotzdem lohnt es sich, die Regeln einmal sauber gelesen zu haben – vor allem die drei, bei denen sich am Netz regelmäßig zwei Meinungen gegenüberstehen.
Aufschlag
Der größte Unterschied zum Tennis: Es wird von unten aufgeschlagen. Der Ablauf:
- Du stehst hinter der Aufschlaglinie, lässt den Ball einmal auf dem Boden aufspringen und triffst ihn auf Hüfthöhe oder darunter.
- Gespielt wird diagonal, in das gegenüberliegende Aufschlagfeld.
- Der Ball darf die Seitenwand des Aufschlagfelds berühren – aber nicht das Gitter. Trifft er das Gitter, ist der Aufschlag Fehler.
- Zwei Versuche, wie beim Tennis.
Für den Anfang: einfach reinbringen. Kraft macht der Aufschlag von unten ohnehin kaum, es geht um Platzierung.
Zählweise
Identisch zum Tennis. 15 – 30 – 40 – Spiel. Bei 40:40 (Einstand) braucht eine Seite zwei Punkte in Folge. In vielen Hobby- und Turnierrunden wird die Golden-Point-Regel gespielt: Bei Einstand entscheidet ein einziger Punkt, das Rückschlagteam wählt die Seite. Das verkürzt lange Spiele deutlich.
Ein Satz geht bis sechs gewonnene Spiele (mit zwei Vorsprung), bei 6:6 Tie-Break. Ein Match meist über zwei Gewinnsätze.
Der Ball und die Wände
Das ist der Kern von Padel und die Quelle der meisten Regel-Diskussionen.
- Der Ball muss auf deiner Seite immer zuerst den Boden berühren. Danach darf er an eine oder mehrere Wände.
- Ein Ball, der direkt – ohne Bodenkontakt – an deine Glasfront oder Seitenwand fliegt, ist für den Gegner ein Punkt. Fliegt er direkt ins Gitter, ebenfalls.
- Nach dem einen erlaubten Bodenkontakt darfst du den Ball von der Wand zurückspielen. Auch von der Wand hinter dir. Das ist die Verteidigung von der Glasscheibe und ein großer Teil des Spiels.
- Du darfst den Ball auch volley nehmen (aus der Luft, vor dem Bodenkontakt). Für den Hobbybereich gilt: Volley ist immer erlaubt.
Punkt gewonnen oder verloren – die Kurzliste
Punkt für den Gegner, wenn du:
- den Ball ins Netz oder direkt an eine Wand spielst,
- den Ball außerhalb des Platzes den Boden treffen lässt,
- den Ball zweimal auf deiner Seite aufspringen lässt,
- den Ball berührst, bevor er auf die gegnerische Seite gekommen ist,
- den Ball mit dem Körper oder mit der Wand auf deiner Seite berührst.
Punkt für dich, wenn der Gegner einen dieser Fehler macht – oder wenn dein Ball nach dem Aufkommen so von der Wand abprallt, dass er ihn nicht mehr erreicht.
Kommunikation ist Teil der Regeln
Nicht offiziell, aber praktisch. Padel ist Doppel auf engem Raum. Meiner! / Deiner! / Lass! – wer welchen Ball nimmt, klärt ihr vorher, nicht während der Ball fliegt. Die häufigste Fehlerquelle bei Anfängern ist nicht die Technik, sondern dass beide zum selben Ball gehen oder beide stehen bleiben. Mehr dazu in Die häufigsten Anfängerfehler.
Für den Vertiefungs-Blick
Die vollständige Turnierordnung mit allen Sonderfällen steht beim Deutschen Padel Verband. Für alles darunter reicht diese Seite. Wenn du wissen willst, wie sich die Regeln in verschiedenen Turnierformaten anfühlen – Americano zählt zum Beispiel Punkte statt Spiele – lies Americano, Mexicano, King of the Court.
Und wenn du das alles in der Praxis sehen willst: Halle in deiner Nähe finden, Leihschläger schnappen, loslegen. Nach dem ersten Ballwechsel an der Glasscheibe hat es ohnehin klick gemacht.
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